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Aus der Partitur
 

PWV 40

Mit FaGottes Hilfe

Kategorie: Kammermusik
Jahr: 1989
Dauer: 11:00
Besetzung: Fagott-Solo
Anmerkung zum Titel:
Fagott-Solo für Milan Turkovic, aufzuführen mit Orgelpunkt nach Wahl oder Stimmgerät
Kompositonsauftrag des Österreichischen Kunstministeriums zum 40. Geburtstag der »Jeunesse Österreich«, initiiert von Roland Geyer

Uraufführung:
26.10.1989
Großer Saal, Musikverein Wien
Milan Turkovic

 

Disco
Ensemble Contrasts Wien (1996)


 

 

   

Sätze oder Tracks

01. Satz

Durch die Lagen

02. Satz

Heiße Rohre

03. Satz

Kadenz/Cadenza

04. Satz

Ahorn

05. Satz

»Als ich in die Sonne sah, glaubte ich das Verborgene zu sehen.«

06. Satz

»wie gepfiffen«

Zu den Satzbezeichnungen:

ad 01. Satz

häufige Stimmungs- und Ausdruckswechsel

ad 02. Satz

Solist kann Dynamik frei gestalten

ad 03. Satz

Die Kadenz ist zum Teil graphisch notiert; versehen mit den spieltechnischen Anweisungen »spiel einige interessante Spaltklänge…kurze & lange Sounds, Triller etc. – ca. 20 bis 40 Sec. – Zum Schluß schau Dir durchs Fagott (wie ein Fernrohr) das Publikum an.«

ad 04. Satz

»Heißt so, weil das Instrument aus Ahorn gemacht ist«

ad 05. Satz

Titel basiert auf einem Strindberg Fragment (aus »Gespenster-Sonate«); ist mit der linken Hand zu spielen, die rechte schnippt dazu;

ad. 06. Satz

Solist tanzt spielend aus dem Raum hinaus

 
     
       

PWV 40 0

Texte von Werner Pirchner zum Werk
Mit FaGottes Hilfe

Der erste Teil (»Durch die Lagen«) ist durch häufige Stimmungs- und Ausdruckswechsel (zwischen »forsch«, »walzerselig«, »fragend« und »zurückgelehnt«) bestimmt.

Attacca folgt der zweite Satz (»Heisse Rohre«), in dem der Solist die Dynamik frei gestalten kann und der als Variation eines rhythmisch-meldischen Modells charakterisiert wird. Auf den Höhepunkt dieses Teils (Spielanweisungen u.a. »Lass ausse-rauchen!«, »Putz Dein Fagott akustisch durch«) folgt eine vom Komponisten vor allem graphisch dargestellte Kadenz (dabei wird dem Interpreten u.a. Folgendes nahegelegt: »Spiel frei einige interessante Spaltklänge… kurze & lange Sounds, Triller etc. – ca. 20 bis 40 Sec. – Zum Schluss schau Dir durchs Fagott (wie ein Fernrohr) das Publikum an.»).

Auf die Kadenz folgt ein mit »Rasch & Resch« charakterisierter Abschnitt, das erste Mal bereits »Prestissimo«, das zweite Mal »Mosso prestissimo assai – aber genau!«, und das noch dazu »staccatissimo«, wobei Details wie eine Hoquetusparodie zu vermerken sind (die Satire auf den Virtuosenkult dürfte wohl bereits klar geworden sein).

Der vierte Abschnitt trägt den stolzen Titel »Ahorn« und ist daher »dirty grave & steady groovy extrem« vorzutragen.

Gegen Ende dieses zwischen Flatterzungengroove und »Pfiffig« bis »erklärend« changierenden Satzes ist das Publikum aufgefordert, ein C mitzusummen, welches gleichzeitig den Orgelpunkt zum 5. Satz bildet.

Dieser »frei und aus tiefster Seele« vorzutragende Satz basiert auf einem Strindberg-Fragment (aus »Gespenster-Sonate«):
Als ich in die Sonne schaute
glaubt ich das Verborgene zu sehn.
Mensch, Dein Werk sei Dein Ergötzen,
selig ist, wer Gutes tut.
Gleiche Deines Zornes Taten
nie durch neue Bosheit aus,
Tröste den, den Du betrübtest,
Deine Güte bringt Dir Lohn.
Wer gerecht ist, fürchtet Keinen,
Suche frei von Schuld zu sein.

Noch vom Publikumsorgelpunkt (in Ermangelung desselben wird der Einsatz »z. B. von 2 Fagotten, Bässen, anderen Instrumenten oder Stimmgeräten« empfohlen) getragen, klingt der 6. Satz (»wie gepfiffen«) »optimistisch« aus, indem der Solist »spielend aus dem Raum« tanzt.